4. Startup Weekend Rhein-Neckar (2017)

10 Startups in 54 Stunden

„Ihr kennt das …“ mit diesen Worten startet fast jeder der zehn finalen Projekt-Pitches am Sonntagnachmittag in der SRH Hochschule Heidelberg. Jede Gruppe präsentiert innerhalb von fünf Minuten ihre Idee, die sie im Laufe der 54 Stunden des 4. Startup Weekends Rhein-Neckar entwickelt hat. Eine 4-köpfige Fachjury entscheidet am Ende über den Erfolg und kürt drei Gewinner, die mit einem Gutschein-Paket ihr Startup auf den Weg bringen können. Diese zehn Pitches sind das Ergebnis aus 70 innovativen Köpfen und zwei Tagen intensiver Arbeit.

5 Stunden Plenum

Rewind: 48 Stunden zuvor! Nach und nach trudeln Studenten, Gründer, Visionäre und Freiberufler im Plenarsaal ein. Hier ist Start- und Endpunkt des Startup Weekends. Hier werden die Teilnehmer begrüßt, Sponsoren und Partner vorgestellt, Startup-Ideen gepitcht und am Ende die Sieger gekürt. 25 Mutige treten mit ihren ersten Ideen gegeneinander an und werden nach jeweils einer Minute von der Bühne geklatscht. Anschließend entscheidet eine Abstimmung durch Klebepunkte über die zehn besten Ideen, die von den Teams innerhalb der nächsten 44 Stunden zu fertigen Konzepten ausgearbeitet werden.

21 Stunden Teamwork

„NO TALK, ALL ACTION!“, so lautet das Motto auf den T-Shirts. Es wird diskutiert, skizziert, getippt, programmiert, gestaltet, verworfen, gefrustet, gelüftet und wieder von vorne angefangen. Zwischendurch rotieren ein Dutzend Mentoren durch die Gruppen, unterstützen mit Tipps, Methoden oder vernichtender Kritik. Manche Ideen formen sich durch langwierigen Feinschliff, andere entspringen spontan aus den Halluzinationen übermüdeter Teilnehmer. Doch am Ende steht die finale Pitch-Präsentation mit Problemstellung, Lösung, Zielgruppe, Validierung, Wettbewerb, Geschäftsmodell und Team.

12 Stunden Networking

In regelmäßigen Abständen versorgt Chief Food Officer (CFO) Markus die rauchenden Köpfe mit Foodtrucks, Catering von dean & david, 15 Meter Pizza und natürlich ganz viel Kaffee und Energydrinks. Die Vollverpflegung ist in den Kosten von 39 Euro enthalten. An der Futterstelle lernen sich die Teams besser kennen. Man stellt sich einfach zu irgendjemandem dazu, fragt nach seinem Projekt und dem persönlichen Background, und während der eine redet kann der andere essen. 

16 Stunden Auszeit

Natürlich ist Schlafmangel bei solch einer Veranstaltung vorprogrammiert. Die Arbeitsräume sind theoretisch von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts geöffnet, Raoul sorgt um Mitternacht noch für einen kalten Pizza-Snack. Doch wer wie lange bleibt, das muss jedes Team für sich selbst bestimmen. Manche sind abhängig von Zugzeiten oder Mitfahrgelegenheiten, andere verquatschen sich um 1 Uhr nachts noch auf dem Gang. Doch am Montag müssen alle wieder zurück in ihren Alltag, auch wenn man jetzt 54 Stunden Erholung bräuchte.

54 Stunden Energie

Dass in diesem Freiraum bis Sonntagnachmittag tatsächlich zehn durchdachte Ideen und vorzeigbare Pitches herauskommen, das kann man sich zwischendurch gar nicht vorstellen. Sicherlich ist das Vorgehen manchmal etwas chaotisch und die Stimmung streckenweise eher frustrierend, aber durch den Druck ziehen alle an einem Strang und wachsen gemeinsam über sich hinaus. Und das ist auch die eigentliche Erkenntnis des Startup Weekends: Egal woher und mit welchen Ideen die Leute anfangs zum Startup Weekend kommen, wenn alle Teilnehmer Bock haben und sich einbringen, dann können daraus tolle Startups entstehen.


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